Selbstverwahrung einfach erklärt

Deine Bitcoin.
Wirklich deine.

Wer Bitcoin auf einer Börse liegen lässt, besitzt genau genommen nur ein Versprechen: Die Börse verwahrt die Schlüssel – nicht du. Geht die Börse pleite oder wird gehackt, ist dein Guthaben in Gefahr. Eine Hardware-Wallet ändert das: Sie gibt dir die Schlüssel zu deinem Vermögen in die eigene Hand – sicher verpackt in einem kleinen Gerät, das offline bleibt.

Kein Börsenrisiko

Börsen können gehackt werden, Konten sperren oder Konkurs gehen. Mit einer Hardware-Wallet liegen deine Bitcoin nicht bei einem Unternehmen, sondern bei dir.

Beispiel. Als die Börse FTX 2022 zusammenbrach, verloren Millionen Kundinnen und Kunden über Nacht den Zugriff auf ihr Guthaben. Wer seine Bitcoin auf der eigenen Hardware-Wallet hatte, war nicht betroffen.

Schlüssel bleiben offline

Der geheime Schlüssel wird im Gerät erzeugt und verlässt es nie. Selbst wenn dein Computer oder Handy mit Schadsoftware verseucht ist: Der Schlüssel ist für Angreifer unerreichbar.

So kannst du es dir vorstellen. Ein Tresor ohne Internetanschluss. Was nie online ist, kann online auch nicht gestohlen werden.

Jede Zahlung bestätigst du

Keine Transaktion verlässt das Gerät ohne dein Okay. Du prüfst Betrag und Empfänger direkt auf dem Display der Wallet und bestätigst per Knopfdruck.

Beispiel. Ein Virus auf deinem Computer tauscht heimlich die Empfänger-Adresse aus. Auf dem Wallet-Display siehst du die falsche Adresse sofort – und brichst einfach ab. Ohne deinen Knopfdruck passiert nichts.

Backup in 12–24 Wörtern

Geht das Gerät kaputt oder verloren, ist nichts weg: Mit deiner Wortliste – 12, 18 oder 24 Wörter auf Papier – stellst du dein gesamtes Vermögen auf einem neuen Gerät wieder her.

Beispiel. Deine Wallet fällt in den See. Du kaufst eine neue, tippst deine Wörter ein – und alle deine Bitcoin sind wieder da. Die Bitcoin waren nie «im Gerät», das Gerät ist nur der Schlüssel dazu.

So funktioniert es

Vom Wort zur Adresse.
Eine Einbahnstrasse.

Deine Hardware-Wallet baut aus wenigen Wörtern Schritt für Schritt deine Bitcoin-Adresse. Das Entscheidende: Jeder Schritt funktioniert nur in eine Richtung. Vorwärts geht es in Sekundenbruchteilen – rückwärts geht es nicht. Deshalb kannst du deine Adresse gefahrlos mit der ganzen Welt teilen.

  1. Deine Wortliste

    12, 18 oder 24 Wörter

    Beim Einrichten würfelt das Gerät eine zufällige Liste von Wörtern aus – zum Beispiel: «giraffe · lampe · winter · brot · anker · wolke …» Diese Wörter sind dein Vermögen in Textform. Du schreibst sie einmal auf Papier – das ist das einzige Backup, das du je brauchst.

    Wie ein Generalschlüssel. Wer diese Wörter kennt, kann dein ganzes Vermögen öffnen. Deshalb: nie abtippen, nie fotografieren, nie online eingeben.

  2. Dein geheimer Schlüssel

    Streng geheim

    Aus der Wortliste entsteht dein geheimer Schlüssel: eine riesige Zahl, die nur dein Gerät kennt. Wer sie kennt, kann deine Bitcoin ausgeben. Deshalb bleibt sie im Sicherheitschip der Wallet eingeschlossen und wird nie an Computer oder Internet weitergegeben.

    Wie der einzige Schlüssel zu deinem Banktresor. Du zeigst ihn niemandem und gibst ihn nie aus der Hand – auch nicht «nur kurz zum Anschauen».

  3. Dein öffentlicher Schlüssel

    Darf jeder sehen

    Aus dem geheimen Schlüssel berechnet das Gerät einen öffentlichen Schlüssel. Der ist wie eine Visitenkarte: Jeder darf ihn sehen. Mit ihm kann die ganze Welt prüfen, dass eine Zahlung wirklich von dir kommt – ohne dass jemand dein Geheimnis erfährt.

  4. Deine Bitcoin-Adresse

    Zum Weitergeben

    Der öffentliche Schlüssel wird noch einmal verkürzt – fertig ist deine Bitcoin-Adresse. Die gibst du weiter, wenn dir jemand Bitcoin schicken soll.

    Wie deine IBAN. Du gibst sie weiter, damit dir jemand Geld überweisen kann. Geld abheben oder dein Passwort herauslesen kann damit niemand.

Und warum kann niemand zurückrechnen?

Für den Weg zurück – von der Adresse zu deinem geheimen Schlüssel – gibt es schlicht keine Formel. Die einzige Möglichkeit wäre Raten. Und es gibt mehr mögliche Schlüssel, als es Sandkörner auf der ganzen Erde gibt – selbst alle Computer der Welt zusammen würden dafür länger brauchen, als das Universum alt ist.

Wie ein Glas. Zerbrechen ist einfach – die Scherben wieder exakt zusammensetzen unmöglich.

Wie Farben mischen. Aus Blau und Gelb wird Grün – einfach. Aus dem Grün wieder das exakte Blau und Gelb herausholen: unmöglich.

Kurz gesagt: Adresse und öffentlicher Schlüssel dürfen alle sehen. Deine Wortliste und dein geheimer Schlüssel gehören nur dir – und niemand kommt von aussen an sie heran.

Das darfst du teilen

  • Deine Bitcoin-Adresse (zum Empfangen – wie eine IBAN)
  • Deinen öffentlichen Schlüssel

Das teilst du mit niemandem

  • Deine Wortliste – niemals abtippen, fotografieren oder online eingeben
  • Deine Geräte-PIN

Alles auf einer Seite.

Der BIPECORE-Onepager fasst zusammen, warum eine Hardware-Wallet sinnvoll ist und wie sie dein Vermögen schützt – zum Ausdrucken oder Weiterleiten.

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